Mit grünem Wasserstoff können wir unsere Produkte wirtschaftlich und nachhaltig herstellen.

Projektleiter technische Planung, BMW Group

Mit grünem Wasserstoff können wir unsere Produkte nachhaltig und wirtschaftlich herstellen.

Projektleiter technische Planung, BMW Group
Scroll-Down

Energieflexibilität: klima­freundlich und wirt­schaft­lich

Die Dekarbonisierung von Industrie­prozessen ist eine der großen, wenn nicht sogar die große Auf­gabe beim Erreichen der not­wendigen Klima­ziele aus dem Pariser Abkommen. Produktions­linien arbeiten 24/7, sie stehen nie still. Sie benötigen eine konstante Energie­ver­sorgung, die bislang durch fossile Energie­träger sicher­gestellt wurde. Die Erzeugung erneuer­barer Energien ist hingegen in hohem Maße dezentral und schwankend in der Menge. Die Heraus­forderung besteht darin, beide Seiten mit­einander zu harmoni­sieren. Daran arbeitet Jens Götze bei der BMW Group am Standort Leipzig. Dort laufen täglich rund 1.000 Fahrzeuge der 1er- und 2er-Serie vom Band. Bis zu 8.000 Menschen arbeiten hier im Herzen Sachsens.

Jens Götze ist als Projekt­leiter für die technische Planung aller Lackierereien weltweit des deutschen Marken­her­stellers zuständig: „Die BMW Group hat sich verpflichtet, das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Bis 2050 wollen wir über die gesamte Liefer­kette hinweg CO2-frei produzieren. Das setzen wir auch hier am Standort Leipzig um und arbeiten bereits mit grünem Strom. Doch dies ist nicht für alle Prozesse sinnvoll, insbeson­dere aus wirt­schaft­licher Perspek­tive.“

transparentes_PNG
Grüner Strom

Wind- und Sonnenenergie,  Biogas- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen sorgen dafür, dass alle Kundinnen und Kunden sicher mit grünem Strom versorgt werden.

Energie von hier

Die dezentrale Erzeugung grüner Energie vor der eigenen Haustür ermöglicht Energieautonomie.

Energiezukunft

Erneuerbare Energieerzeugung kombiniert mit Power-to-Gas sorgt für grünen Wasserstoff – den perfekten Energiespeicher. So bleibt die Energie in der Region und sichert die Versorgung und die Preisstabilität.

0
Terawattstunden Wasserstoff pro Jahr wird die Industrie künftig mindestens brauchen.
0
Megatonnen CO2 darf die deutsche Industrie ab 2030 maximal noch ausstoßen.
0
Kilometer lang ist der Leitungsring, der die Region Halle-Leipzig in die europäische Wasserstoffwirtschaft integriert

In der Lackiererei des Leipziger BMW-Werks werden für die Trocknungs­prozesse hohe Tempe­raturen benötigt, erklärt der Experte. Dafür werden bisher Erdgas­brenner eingesetzt. „Lang­fristig wollen wir dafür auf grünen Wasser­stoff umsteigen. Der Vorteil liegt für uns auf der Hand: Die Umrüstung, die dafür erforderlich ist, ist vergleichs­weise gering und kann während der laufenden Produktion erfolgen. So behalten wir das Klima sowie die Wirt­schaft­lichkeit und Wett­bewerbs­fähigkeit gleichermaßen im Blick – das bedeutet für uns #gasneudenken.“

"Wir wollen die Nach­haltigkeit unserer Produktion kontinuier­lich verbessern."

Video abspielen

Grün

Grüner Wasser­stoff ist während des gesam­ten Produk­tions­pro­zesses CO2-neutral. Mithilfe von Elek­trolyse wird Wasser in seine Bestand­teile Wasser­stoff und Sauer­stoff zerlegt. Der dafür not­wendige Strom stammt aus er­neuer­baren Energien.

Blau

Blauer Wasser­stoff entsteht durch die Dampf­reformie­rung kohlen­stoff­haltiger Energie­träger. Dadurch entstehen­des CO2 wird auf­gefangen und unter­irdisch in bis zu 4.000 Metern Tiefe gelagert. Blauer Wasser­stoff ist CO2-arm.

Türkis

Türkiser Wasser­stoff entsteht bei der Pyro­lyse von Methan. Dieses wird in Wasser­stoff und fes­ten Kohlen­stoff gespal­ten. Das Kohlen­stoff-­Granulat kann in anderen Prozes­sen weiter­verwendet werden. Türkiser Wasser­stoff ist CO2-neutral.

Energie- und Industrie­standort auf Nach­haltigkeit ausrichten

Überall dort, wo es sinnvoll möglich ist, muss künftig grüner Strom direkt eingesetzt werden. Aber es gibt nicht eine Lösung für alle. Für manche Anwendungen braucht es Alternativen.

Für die Lack­trocknung hat man in Leipzig bivalente Brenner entwickelt, die bereits eingesetzt werden. Diese können sowohl mit Erdgas und Wasser­stoff als auch mit einem Gemisch aus beiden Gasen betrieben werden. Das ist nicht nur von wirt­schaft­licher Bedeutung: Neben der Nach­haltigkeit durch die Verwendung von Wasser­stoff ist die Umstellung in der weiter­laufenden Produktion auch wichtig für das Innovations­potenzial des Unternehmens. Dies kann zu technologischem Fortschritt und einem Vorteil im Wett­bewerb führen.

Wasser­stoff findet im BMW Group Werk Leipzig auch in der internen Logistik Anwendung. Die autonomen Transport­züge werden mit Wasser­stoff betankt. Vor kurzem wurde dafür eigens eine eigene, voll­automatische Tank­stelle in Betrieb genommen.

Aktuell gibt es im mitteldeutschen Industriedreick diverse Wasserstoff-Projekte, zum Beispiel das vom BMWi geförderte Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt.
Als erstes Automobilwerk weltweit hat BMW Group Leipzig modulare Brenner, die mit Erdgas, Wasserstoff und einem Gasgemisch betrieben werden können.
Die erste weltweit vollautomatische Wasserstoff­betankungs­anlage für das fahrerlose Transportsystem gibt es seit 2022.

Für den vollständigen Umstieg ist auch der Ausbau der notwendigen Infra­struktur notwendig.

„Wir planen den Bau einer eigenen Wasser­stoff-Pipeline“, erklärt Jens Götze die nächsten Schritte und betont: „Und wir sind hier nicht allein. Auch andere Industrie­betriebe benötigen Wasser­stoff, vor allem Chemie­betriebe. Sie alle wollen und müssen Schritt für Schritt auf Wasser­stoff umsteigen. Die Infra­struktur rund um unseren Stand­ort wächst!“

Individuelle Lösungen zur Weiterent­wicklung der Region

Der aktuelle Umwelt­bericht des Werks verweist dafür auf die Pläne zur Green Bridge – eine sogenannte Dekarbo­­nisie­rungs­brücke – die durch die Energie­versorger in Mittel­deutschland ange­stoßen wurde und von der Politik gefördert wird. Der Aufbau der Wasser­stoff-Infra­struktur wird von dem Verteil­netz­betreiber MITNETZ sowie Bergbau- und Kraft­werks­betreibern vorangetrieben.

Die Metropol­­region Mittel­­deutschland zählt mit ihren Chemie-Industrie­ansiedlungen schon heute zu den größten Wasserstoff­­verbrauchern Deutschlands. Die ansässige Wirt­schaft ist bereit für die Trans­formation hin zur Wasser­stoff­­wirtschaft. Rund um Leipzig soll unter Mit­wirkung verschiedener Partner ein grüner Wasserstoff-Trans­portring, der LHyVE (Leipzig Hydrogen Value chain for Europe) entstehen.

Sie alle wollen #gasneudenken. „Eine Potenzial­ein­schätzung des Fraunhofer Instituts geht davon aus, dass grüner Wasser­stoff schon ab 2025 zu markt­fähigen Preisen her­gestellt werden kann. Er wird heutige Wasser­stoff­anwen­dungen und solche, die aus dem Umstieg von fossilem Erdgas neu entstehen, ersetzen, davon bin ich fest überzeugt“, sagt Jens Götze.

Studie Wasserstoffperspektiven für Leipzig Potenzialeinschätzung
Wasserstoff Potenzial 2019 - 2050
Quelle: Studie „Wasser­stoff­perspek­tiven für Leipzig, Potenzial­ein­schätzung“
Cookies / Datenschutz
Verwalten Sie Ihre Cookie-Einstellungen
Wir verwenden Cookies, um Ihnen eine optimale Nutzung unseres Internetangebots zu ermöglichen. Dazu zählen Cookies, die für den sicheren und technischen Betrieb der Website notwendig sind, sowie solche, die zu anonymen Statistikzwecken genutzt werden. Einige Informationen zur Verwendung unserer Website geben wir an Partner für soziale Medien und Werbung weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.

In den folgenden Cookie-Zustimmungsoptionen können Sie die Cookies verwalten und zusätzliche Kategorien zulassen. Indem Sie auf den Button "Alle Cookies akzeptieren" klicken, werden alle Kategorien von Cookies aktiviert. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ihre Auswahl: